| Interview mit freundlicher Genehmigung von Scifi-Online.com. Interview geführt von Darren Rea, November 2005. Deutsche Übersetzung von Halessa
Paul McGillion wurde 1969 in Paisley, Schottland geboren. Seine Familie emmigrierte nach Kanada als er zwei Jahre alt war. Er kehrte als er 12 Jahre alt war für einige Jahre zurück nach Schottland, bevor die Familie wieder nach Kanada zurükkehrte. McGillion hat einen akademischen Abschluss auf Lehramt. Während seines Studiums engagierte er sich in unterschiedlichsten Sportarten und war eine Zeit Meister im Ringen. Nach seinem Abschluss begann er Theater in Toronto zu unterrichten, daneben besuchte er Auditions. Er hat in den letzten 12 Jahren intensiv für Film, TV und Theater gearbeitet sowie Szenenaufbau an der Vancouver Film School unterrichtet. Sci-Fi-Fans werden ihn vielleicht aus einer seiner vielen Cameo-Rollen aus "Twilight Zone", "Smallville", "Seven Days" und "The X-Files" kennen. Darren Rea sprach mit ihm, als die zweite Staffel von "Stargate: Atlantis" für die Veröffentlichung auf DVD vorbereitet wurde.
Darren Rea: Was ist der Teil von Dr. Beckett, der dich anzieht?
Paul McGillion: Als ich den Pilotfilm (das Drehbuch, Anm.) gelesen habe. Es war einfach großartig, und ich liebte den Charakter wirklich.
Ich weiss nicht, ob du es weiss oder nicht, aber ursprünglich war Beckett kein Schotte - sie wussten zu dem Zeitpunkt nicht, welche Nationalität er haben sollte. Sie schrieben diesen Part als internationalen Charakter. Die Besetzungaufrufe sprachen von einem "internationalen Geschmack".
Ich bin in Schottland geboren, und die Pilotfolge war so witzig für Beckett, dass ich dachte, dass es einfach passen würde, wenn er Schotte wäre. Der Besetzungsagent wollte, dass ich einen englischen Akzent spreche, aber ich fühlte ganz stark, dass ich ihn als Schotten spielen sollte. Ich liebe es auch englische Akzente zu sprechen, aber es ist näher an meiner Herkunft, also ging ich das Wagnis ein und sprach mit schottischem Akzent vor, und Gott sei Dank haben sie es angenommen.
Es war wirklich das Drehbuch, das mich bei der Rolle ansprach, und anschliessend wuchs Becketts Rolle in der Serie weiter. Ich wußte nie, in wievielen Folgen ich sein würde, als ich begann.
DR: Die ganz starken SG-1-Fans werden dich aus einer ganz frühen Folge wiedererkennen...
PM: Ja, in der 1. Staffel in der Folge "Die Qualen des Tantalus" spielte ich den Charakter Ernest Littlefield - den ersten Menschen, der je durch das Stargate ging. Das war nett, diese Rolle zu haben.
DR: Wie empfinden es deine Eltern, dass du einen schottischen Charakter spielst? Sind sie stolz, dass du ihn zum Schotten gemacht hast?
PM: Gott, ja. Ich wurde in Paisley geboren, aber wir sind fortgezogen als ich noch sehr klein war. Ich war dann zurück als ich etwa zwölf war, für etwa drei Jahre.
Meine Eltern haben beide sehr starken schottischen Akzent und ich dankte ihnen, dass sie mir aus Versehen geholfen haben, die Rolle zu bekommen. Ich bin eines von sieben Kindern, und als ich die Rolle von Beckett bekommen hatte, rief ich meine Eltern an, um es ihnen zu erzählen.
Meine Eltern sind schon ziemlich alt, sie sind in ihren Siebzigern. Ich rief sie also an und sagte:
"Hallo Dad, Ich habe eine wirklcih tolle Rolle bekommen, ich spiele einen schottischen Charakter"
Mein Dad rief dann nach meiner Mum: [schottischer Akzent] "Janet, Paul hat eine Rolle bekommen, einen schottischen Charakter.
Dann fragte er mich: "Was ist es?"
"Stargate."
Und er sagte zu meiner Mutter: "Star Trek"
Und ich erwiderte: "Nein! Stargate."
"Star Trek"
"Nein, es ist Stargate, Dad. Stargate: Atlantis."
"Es ist kein verdammtes Stargate! Es ist Star Trek! Mann, ich sehe das schon seit Jahren an!" Und ich wieder: "Nein! Es ist Stargate: Atlantis!"
Er erwiderte: "Hey! Erhebe nicht die Stimme gegen deinen alten Herrn! Janet, Paul hat eine Rolle in Star Trek."
Dann kam meine Mum ans Telefon und sagte: "Oh! Du bist bei Star Trek?"
Und ich sagte: "Ja, Ja, bin ich."
Nachträglich wussten sie natürlich, woran ich arbeite. Sie waren am Set und sie sehen die Serie an und nun sagt mein Vater: "Ah, das ist nicht schlecht! Das ist in Ordnung!"
DR: Du hast in einer Reihe von Sci-Fi-Serien Gastrollen gespielt. Wie empfindest du die Veränderung von ein paar Tagen bei einer Serie und dem Zurücklassen der Rolle gegenüber dem lebenden und atmenden Charakter bei Atlantis?
PM: Es ist schön, einen Charakter zu haben und diesen auszubauen. Bereits als ich noch nicht im Vorspann erwähnt wurde, fühlte ich mich bereits als ein Hauptteil der Besetzung der ersten Staffel von Atlantis.
Ich weiss, dass die Produzenten das auch dachten. Sie kamen nach der Staffel-Eins-Folge "Tödliche Verteidigung" (Poisoning the Well, Anm.) und sagten. "Nun, wir möchten dich gerne zur Stammbesetzung nehmen, aber wir können es nicht in dieser Staffel machen. Wir machen es nächste Staffel." Und sie haben ihr Wort gehalten. Das war ein schönes Kompliment für mich.
Es ist großartig, weil du mit deinem Charakter wächst, wenn er wieder auftaucht. Es ist auch toll, wenn du in eine Serie als Gastdarsteller kommst und dann die Serie hinter dir lässt, sagen wir, sodass man einen kleinen Bogen für den Charakter spannen kann. Man sieht auf die Langlebigkeit des Charakters uns hofft, das es lange anhält. Hoffentlich sieht man dann den Charakter darin ebenfalls wachsen.
Ich habe als Schauspieler das Glück die Drehbücher zu haben, die ich bekomme. Beckett hat dramatische Aspekte in seinem Charakter, wiewohl auch lustige. Er hatte schon viele unterschiedliche Abenteuer und hoffentlich werden sie andauern. DR: Du hat auch recht viel technischen Dialog. Kann das schwierig sein?
PM: Manchmal, aber ich muss nur meine Hausaufgaben machen. Ich bin der Arzt, also werde ich manchmal mit Jargon von Aliens, Medizin und Schottisch beworfen. Es kann etwas schwierig sein. Manchmal lese ich es und denke mir: "Macht ihr das jetzt mit Absicht"?
Gott sei Dank habe ich einen Bruder, der gerade seinen Abschluss in Medizin macht, und ich rufe ihn dann an. Er hat ebenfalls einen guten schottischen Akzent. Zuerst erklärt er mir also, was es bedeutet, dann sagt er es mir mit schottischem Akzent vor. Ich mache also meine Hausaufgaben und ich arbeite sehr hart daran, es so natürlich wie möglich zu gestalten.
DR: Dieses Interview wird zurückgehalten, bis die DVD für Staffel Zwei erschienen ist. Kannst du uns eine Kostprobe geben, was deinem Charakter in der zweiten Staffel wiederfahren wird?
PM: Warte bis du "Duett" siehst. Das war unglücklich für Beckett! Es ist ein etwas gespenstischer David Hewlett [der die Rolle von Dr. Rodney McKay spielt], der mich immer noch für Küsse anruft. Das war sehr lustig, das zu machen. David und ich sind dicke Freunde und ich denke, das war eine großartige Folge - besonders für ihn. Er hat eine großartige Show abgeliefert.
DR: Hat er dich vor dem Dreh unerwartet geküsst...?
PM: (Beschämt) Eh..., ja, hat er gemacht (lacht).
DR: Was war das nur?
PM: Ich wundere mich selbst darüber, Darren. Ja, ich habe im Moment immer noch Therapie...
DR: Keine Zunge oder so etwas?
PM: Nein! Gott, nein! Komm schon. Er hat Mundgeruch und Lippen wie Sandpapier (lacht).
Becketts Charakter wird in der zweiten Häfte der zweiten Staffel wesentlich dunkler werden. Und es wird einige sehr interessante moralische und biologische Fragen geben, mit denen wir uns betreffs des Wraith-Retrovirus befassen werden. Das beeinflusst die Beziehung der Charaktere in verschiedenen Richtungen. Sie haben einige Bürden auf ihren Schultern zu tragen - besonders Beckett und Weir. Im Grunde befassen wir uns mit diesem Retrovirus das, wenn es richtig eingesetzt wird, theoretisch die Wraith ausrotten soll. Wir sehen also das Überleben der Menschheit, aber ebenso die Ausrottung einer anderen Spezies.
Die zweite Hälfte der zweiten Staffel wird dunkler für das ganze Atlantis-Team. Sie startet mit der Folge "Michael." Connor Trinneer [Commander Tucker on Star Trek: Enterprise] wird als Gaststar zu sehen sein.
DR: Gibt es etwas, dass du gerne für die Zukunft deines Charakters sehen würdest?
PM: Es würde großartig sein, wenn er eine niedliche, weibliche schwedische Krankenschwester (lacht) als Partner. Das wäre großartig.
Es wäre nett etwas von Becketts Vergangenheit zu sehen. Wir haben niemals sein Quartier gesehen oder etwas in der Art. Ich glaube, wir haben die Quartiere aller anderen Hauptcharaktere gesehen, also würde es nett sein, etwas mehr von Becketts persönlichem Leben zu sehen. Wir hatten einen kurzen Einblick im Pilotfilm, als er eingeblendet wird und von seiner Mom Haggis serviert bekommt, und in "Briefe aus der Pegasus-Galaxie", als er eine Botschaft an sie aufnimmt. Aber bisher haben wir nur eine Ahnung von seiner Vergangenheit, abgesehen von ein paar Dingen aus "Tödliche Verteidigung".
Ich bin wirklich glücklich, wie sich der Charakter entwickelt hat. Ich fühle mich wirklich gesegnet, was die Geschichten in dieser und der letzten Staffel betrifft. Ich bin glücklich über die Richtung, in die es sich entwickelt.
DR: Wenn dir je langweilig werden würde, Beckett zu spielen oder wenn er aus der Serie geschrieben werden würde? Wie würdest du dir seinen Ausstieg wünschen?
PM: [lacht] Hoffentlich als eine Erscheinung, so dass ich wiederkommen kann, wenn ich es möchte [lacht]. Wie ist diese Antwort? [lacht]
Hoffentlich wird er nicht getötet. Ich schätze I denke nicht wirklich darüber nach. Zu diesem Zeitpunkt bin ich nicht gelangweilt. Ich genieße es wirklich. Es ist eine großartige Zeit. Ich liebe den Cast und die Autoren und Produzenten. Sie behandeln mich wirklich gut.
DR: Machst du dir Sorgen in eine Schublade gesteckt zu werden? Dass du als Beckett noch immer auf Convention gehst, wenn du alt und grau bist?
PM: Nein, das stört mich nicht wirklich. Ich mache im Januar einen Film mit David Hewlett, eine Komödie, die er geschrieben hat und wo er auch Regie führen wird. Es ist eine Dreiecksbeziehung mit mir selbst, ihm und seiner Schwester. Es heisst "A Dog's Breakfast" und ich freue mich schon darauf, es zu machen.
DR: Wenn du gerade nicht schauspielern würdest, was würdest du sonst tun?
PM: Ich habe einen Abschluss als Lehrer, also würde ich in irgend einer Art und Weise lehren. Ich liebe das wirklich. Ja, wenn ich je aufhöre zu spielen, würde ich es lieben wieder als Lehrer zu arbeiten.
DR: Hast du je daran gedacht, das Ringen als Profi zu betreiben?
PM: Hast du gesehen wie gross ich bin? Nein! Ich bin ein Fliegengewicht! [lacht]
DR: Danke für deine Zeit.
Erstellungsdatum : 12/03/2007 @ 15:25
Letzte Änderung am : 12/03/2007 @ 16:16
Kategorie : Interviews
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